terre des hommes: Wunderpflanze Moringa entdeckt

Heute in Simbabwe zu leben, ist eine schwere Bürde. Neben den schwierigen politischen Verhältnissen und deren gewaltsamen Auswirkungen macht vor allem die wirtschaftliche Situation den Menschen das Leben schwer. Die einstige Kornkammer Afrikas hat aufgrund der ruinösen Politik des herrschenden Regimes große Probleme, ihre Bevölkerung zu ernähren. Selbst einfachste Lebensmittel wie Maismehl, Zucker und Öl sind kaum noch legal zu bekommen, die Schwarzmarktpreise dafür sind hoch, die Schlangen vor den Geschäften lang. Für die meisten Menschen, die im nördlichen Matabeleland, einer ländlichen Region an der Grenze zu Sambia, wohnen, war das Leben nie leicht. Doch in Zeiten wie diesen fehlt nahezu alles: Arbeit, Transportmittel, Dünger und Geräte zur Bestellung der Felder, Medikamente für Mensch und Tier.

»In vielen Familien hat Aids Spuren hinterlassen, Frauen müssen ihre Kinder allein erziehen oder sich um die Kinder von Verwandten kümmern; manche Jungen und Mädchen müssen völlig allein zurechtkommen«, erklärt Shackson Ncube von der Organisation Environment Africa. Sie hat ein Programm entwickelt, mit dem besonders die Schwächsten in den Dörfern ihr Überleben sichern können.

Wurzeln gegen Rheuma, Rinde gegen Hautkrankheiten
Neben dem Anlegen von Gemüsegärten hat Environment Africa sich vor allem auf den Anbau des Moringa-Baums spezialisiert. »Supermarkt auf einem Stamm« nennen amerikanische Forscher den unscheinbaren Baum. Aber der hat es in sich: Die Wurzeln werden gegen Rheuma und Gliederschmerzen genommen, die Rinde hilft bei Hautinfektionen. Besonders für Kinder sind die Blätter des »Moringa Oleifeira« eine Vitamin- und Proteinbombe. Mit 100 Gramm frischen Blättern können Kinder ihren gesamten Kalziumbedarf sowie drei Viertel ihres Eisen- und die Hälfte ihres Proteinbedarfs abdecken. Außerdem steckt der Baum voll Vitamin A und C. Besonders für HIV-infizierte Kinder ist die Versorgung mit Vitaminen und Mineralien ebenso wichtig wie eine gute Ernährungsgrundlage. So hat das gefährlich HI-Virus weniger Chancen, die ohnehin schwache Abwehr von Kindern anzugreifen. Dem Moringa-Baum wird nachgesagt, bis zu 300 Krankheiten lindern zu können.

»Viele denken, Moringa-Blätter seien für Menschen mit Aids und haben Angst vor Stigmatisierung und Gerüchten. Wir betonen deshalb in unseren Trainings, dass die Bestandteile der Pflanze für jeden hilfreich sind«, so Shackson Ncube. Bei mehr als 60 unterernährten Kleinkindern stellen sich jedenfalls sichtbare Erfolge ein: »Dreimal die Woche erhalten die Jungen und Mädchen zusätzlich Haferflockenbrei, dem die zu Pulver zerriebenen Moringa-Blätter untergerührt sind. Das macht sie zusehends kräftiger«, berichten die Projektmitarbeiter. Dass das Projekt großen Erfolg hat, merkt man besonders an den steigenden Anfragen: Immer mehr Familien bitten darum, in das Programm aufgenommen zu werden.

Quelle: www.tdh.de